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CAPRI
 
SEMINARVORSCHLAG

KRAUT UND RÜBEN
KULTURGESCHICHTE DER DEUTSCHEN KÜCHE


Eine barbarische Küche mit pantagruelischen Portionen von Schweinshaxen und Knödeln, die von aus Stiefelhumpen zechenden Biertrinkern vertilgt wird? Das touristische Image der deutschen Kost, oft zu stark vom Werbeträger Oktoberfest geprägt, wird längst nicht mehr den Realitäten gerecht. Inspiriert von der romanischen Marktküche, aber auch von zunehmenden gesundheitlicher Skepsis gegenüber dem weit verbreiteten Fastfood und zu schweren Speisen, hat sich eine neue Generation von Köchen, Hausmännern und Hausfrauen daran gemacht, die lange verschollenen Wurzeln deutscher Regionalküche auszugraben. Deutsches Essen, das ist auch Küche aus dem Herzen Europas, die im Laufe der Jahrhunderte durch Frankreich und Russland, durch Böhmen und England inspiriert wird und durch die Gastarbeiterwelle italienische, jugoslawische und griechische Einflüsse aufnahm. Eine Einführung in die Küche Goethes (und Schumachers), in eine geheimnisville nordische Welt exotischer Geschmacksrichtungen wie Senf und Essiggurken, Pökelfleisch und pechschwarzem Pumpernickelbrot, Sauerbraten und Klössen genannten Riesengnocchi. Und doch gibt es immer wieder überraschende Parallelen zwischen italienischer wie deutscher cucina povera, von Spätzle bis zu Bohnensuppen, vom Schnitzel bis zur luftgetrockneten Mettwurst. Ein Seminar für alle, die in einem interkulturellen Vergleich in die Aromen des Speisezettels unseres transalpinen Nachbarn eindringen wollen aber auch eine praktische Anregung für Köche, aus dem unentdeckten Fundus deutscher Lebensmittel und Rezepte Originelles zu entlehnen.

1. Tag
9:30 Uhr Begrüßung und Vorstellung
10:00 - 11:00 Uhr Barbarenkost – was aßen und tranken die alten Germanen der Tacituszeit? Lebensmittelhandel zwischen Römischem Reich und Germanien
11:30 - 12:30 Uhr Gewürze, Gerstenbrei und Gemüse – die mittelalterliche Küche der Bauern, Städte und der Hansa.
Mittagspause
14:30 - 15:30 Uhr Kartoffeln und Kraut – die Geschichte eines Volksnahrungsmittels
16:00 - 17:30 Uhr Krönungsochsen und Fürstenhochzeiten – Schaugerichte der Renaissance- und Barockküche
17:30 - 18: Uhr Deutsche Bierkunde – von Reinheitsgebot, ungespundetem Faßbier und Kölschtabletts
Abendessen
2. Tag
9:30 - 10:30 Uhr Küche der Regionen: Norddeutschland mit skandinavischen, Ostdeutschland mit slawischen Akzenten.
11:00 - 12:00 Uhr Süddeutschland mit österreichisch-italienischen, Westdeutschland mit französischen Akzenten
12:00 - 12:30 Uhr Von Henriette Davidis bis Schubeck: Deutsche Erfolgskochbücher
Mittagspause
14:30 - 16:00 Uhr 14.30-16 GU: Von der Thüringer bis zum Lübecker Marzipan – die besten EU-zertifizierten Produkte Deutschlands und ihre praktische Verwertbarkeit im Ausland
16:30 - 17:00 Uhr Michelin, Gault-Millau etc. – die Rolle der Gastroguides
17:00 - 18:00 Uhr Protestantisches Verzichtsethos und zwei Weltkriege: Die Philosophie der kulinarischen Anspruchslosigkeit
18:00 - 18:30 Uhr Mediterrane versus regionale Küche: Tendenzen der Gegenwart
18:00 - 19:00 Uhr Abschlußdiskussion



Italia et Germania: Der Referent und Seminarleiter Dr. Peter Peter ist in beiden kulinarischen Kulturen zu Hause. Als Restaurantkritiker der FAZ am Sonntag besucht er Deutschlands Spitzenrestaurants, als kulinarischer Reiseschriftsteller erkundet er seit Jahren Italiens Regionen von den Alpen bis zur Stiefelspitze. Besonders inspirierend erlebte er den Aufeinanderprall italienischer und deutschösterreichischer Kochkultur bei den Recherchen zu einem Südtiroler Wirtshausführer. Er verfasste neben Führern zu den Trattorien der Toskana und des Gardasees und einer Cucina Siciliana 2003 zusammen mit dem Starkoch Eckart Witzigmann den Bildband „Wo Deutschland am besten schmeckt“ (Collection Rolf Heyne). Z.Zt. arbeitet er an einer Kulturgeschichte der Deutschen Küche für den C. H. Beck-Verlag.

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